Berlin-Lichtenberg

Quartiersentwicklung An der Vulkanstraße

Projektart
Wettbewerb 2025, 2. Preis
Auftraggeber
HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH
Wohneinheiten
660
Beteiligte Fachplaner
studio polymorph

Leitbild klimagerechte Stadtplanung
Die Stellplatzflächen an der Vulkanstraße bieten ein sehr großes Potenzial für dringend benötigten Wohnraum. Zugleich sind sie aber auch ein wichtiges Potenzial für den klimagerechten Umbau Berlins durch Entsiegelung. Ziel des städtebaulichen Entwurfs ist es, die optimale Balance zwischen Entsiegelung und Verdichtung sowie Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz zu finden:
- Durch kompakte, präzise gesetzte neue Wohnhäuser in serieller Holzbauweise
- Durch die Planung von Quartiersgaragen und Mobility-Hubs und
- Durch die Schaffung von differenzierten grünen Freiräumen
So erhält die Großwohnsiedlung Fennpfuhl eine neue städtebauliche Schicht, eine diffundierende, lebendige Stadtkante entlang der Vulkanstraße für mehr Wohnraum, mehr Grün und mehr attraktiven Stadtraum.

Auftakt Landsberger Allee
Hier entsteht eine viergeschossige Quartiersgarage mit 152 Stellplätzen. Das Erdgeschoss umfasst den neuen Standort für den Aldi-Markt. Die vom Kreuzungsbereich zurückgesetzte Anordnung lässt ein großes Sichtfenster auf die denkmalgeschützte Anlage des Wasserwerks offen.
Die beiden nördlichen Blöcke Ziel ist die weitgehende Entsiegelung der Stellplatzanlagen entlang der Vulkanstraße und die Schaffung einer grünen Promenade mit Neuordnung der Müll- und Fahrradabstellflächen. Im Bereich der Bernhard-Bästlein-Straße schließt ein Zehngeschosser in Analogie zum südlichen Neubau das Ensemble.

Elli-Voigt-Straße
Durch ein zwölfgeschossiges Punkthaus, eine achtgeschossige Wohnzeile und eine Quartiersgarage mit Mobility-Hub und Gewerbe entsteht ein räumlich gefasster und geschützter Quartierspark und Quartiersplatz für alle.

Zwischen Elli-Voigt-Straße und Herzbergstraße
Hier wird die grüne Promenade durch einen neu geschaffenen Hof geführt. Entlang der Vulkanstraße komplettieren ein weiteres zwölfgeschossiges Punkthaus und eine achtgeschossige Zeile die Stadtkante entlang der Vulkanstraße.

Zwischen Herzbergstraße und Paul-Zobel-Straße
Zentral an der Tramlinie gelegen, schafft ein sechzehngeschossiges Hochhaus das „Tor“ in das Quartier Fennpfuhl. Lage und Höhe folgen dem Hochhausleitfaden Berlins. Im Süden, im Fokus der Paul-Zobel-Straße, schafft eine sechzehngeschossige kurze Hochhauszeile den städtebaulichen Abschluss der Stadtkante an der Vulkanstraße. Zwischen die beiden Hochhäuser spannt sich ein Grünzug mit Sportflächen.

Zwischen Paul-Zobel-Straße und Josef-Orlopp-Straße
Auch wenn der große Innenhof augenscheinlich ein Potenzial für Nachverdichtung bildet, sollte diese grüne Oase mit intakten Großbäumen und Freiflächen verschont bleiben. Stattdessen wird vorgeschlagen, den sechsgeschossigen Gebäudebestand durch eine zweigeschossige Aufstockung in innovativer, vorbildhafter und serieller Holzbauweise zu verdichten. Dies auch im Sinne der geforderten Zielmarke von einer 50-prozentigen Entsiegelung im Quartier.

Nachhaltiges Bauen und Konstruieren
Die gewählten Punkthäuser und Zeilen basieren auf bewährten, seriellen Mustergrundrissen und wirtschaftlichen Typologien für bezahlbaren Wohnraum in Holzbauweise. Die Gebäude erhalten Unterkellerungen zur Aufnahme der Technikflächen und für Fahrradräume, die über Rampen erschlossen werden. Alle Dachflächen werden als Retentionsdach intensiv begrünt und mit PV-Anlagen ausgestattet. Die Quartiersgaragen erhalten begrünte, schallabsorbierende und belüftete Fassaden in Kombination mit PV-Modulen. Die Garagen sind für eine Nachnutzung oder den Rückbau konzipiert.

Freianlagen, studio polymorph
Übergeordnetes Ziel des Freiraumkonzeptes ist es, innerhalb des Quartiers ein einheitliches System für die Neuordnung von Stellplätzen und Müll sowie eine attraktive, verkehrsarme Haupterschließung zu schaffen. Identitätsstiftende Elemente innerhalb einer in serieller Bauweise erbauten Großsiedlung sollten hingegen die unterschiedlich ausformulierten und thematisch individuell gestalteten Freiräume (Spielplätze, Erholungs- und Sportanlagen) sein. Das Quartier, das sich schon heute in Höfe (privat), Grünzüge (öffentlich) und Verkehrsflächen gliedern lässt, wird durch die Stellung der Neubauten um weitere Höfe, Grünzüge und einen zentralen Quartierspark ergänzt. Das Quartier erhält somit eine in sich bessere Verknüpfung und wird darüber hinaus in die übergeordnete Grünachse zwischen Fennpfuhl und dem Landschaftspark Herzberge eingewoben.

Höfe und Park
Die Höfe behalten ihren ruhigen, durchgrünten und schattigen Charakter. Sie haben einen eher privaten Charakter und dienen als Spielort und Treffpunkt für Alt und Jung. Sportflächen (Kleinspielfeld, Basketball) hingegen werden eher außerhalb der Höfe angeordnet, um hier Lärmemissionen und Konflikte zu vermeiden. Den öffentlichsten Charakter erhält der im Zentrum liegende Quartierspark. Der Waldspielplatz (Klettern, Balancieren, Pumptrack) und der große Spielplatz mit Kleinspielfeld und Quartiersplatz bieten das Potenzial, Menschen aus dem gesamten Kiez zusammenzuführen. Ein Großteil der Bestandsbäume innerhalb der Freianlagen kann erhalten werden.